
Eindrucksvolle Texte zur Flucht und kritische Statements werden vorgetragen, umrahmt von besinnlicher internationaler Musik. Auf blauem Tuch, das Meer symbolisierend, werden Kerzen entzündet. Überragt wird das symbolisierte Meer von einem „Lampedusa-Kreuz“, gefertigt von einem auf der Insel Lampedusa ansässigen Künstler aus Wrackteilen von dort gestrandeten Flüchtlingsbooten, und der jährlich neuen „Wanderfriedenskerze“ regionaler christlicher Friedensgruppen.
Lokale Kooperationspartner laden jedes Jahr am Volkstrauertag ein zu einem Gedenken vor und im Liebighaus. Der Volkstrauertag wird bewusst gewählt, denn die Trauer um die Menschen, die auf der Suche nach Sicherheit vor den Grenzen Europas auf Grund unserer (EU-)Abwehrpolitik ums Leben kommen, soll sichtbar werden. Leitgedanke der Veranstaltung: „Die im Dunkeln sieht man nicht“.
Seitdem die Europäischen Außengrenzen stärker bewacht und die Hilfsorganisationen an der Rettung von der in Seenot geratenen Menschen behindert werden, ist die Risikobereitschaft von Menschen zwar gesunken, die Flucht übers Mittelmeer nach Europa anzutreten. Dennoch gibt es immer noch zahlreiche Menschen, die sich zu diesem Weg auf überfüllten und seeuntauglichen Booten getrieben fühlen. Unzählig Viele überleben diesen Weg nicht.
Wir gedenken ihrer und wollen damit aus dem Schweigen heraustreten, das vielerorts um das Massensterben gelegt wird. Unser Mitgefühl für die Hinterbliebenen ist zugleich eine Mahnung für eine menschenfreundliche Flüchtlingspolitik, die auch an den europäischen Außengrenzen nicht Halt macht.
Text: Johannes

